Wer um die Jahrtausendwende unsere Pfarrkirche St. Stephanus betrat, ging in eine Kirche, die unmittelbar nach dem Krieg wieder aufgebaut worden war. Und das ist einer der Gründe, warum die Pfarrkirche St. Stephanus unter Denkmalschutz steht. Sie war, für alle sichtbar, eine Kirche „in Gebrauch“! Auf dem Boden hatten sich Pfade gebildet. Bei Bodenplatten waren Stücke deutlich sichtbar abgesplittert. Die dunkel wirkende Kirche, hatte einen Anstrich nötig. Diese Kirche hatte es aber auch „verdient“, restauriert zu werden.

Im hellerleuchteten Chorraum steht das Kreuz mit dem siegreichen, aber vom Leid gekennzeichneten Jesus Christus. Unter dem Kreuz finden sich der Namenspatron der Pfarrkirche, der Diakon St. Stephanus, mit den Steinen auf der Bibel, sowie die Ordensfrau Theresia von Lisieux, mit den Blüten im Arm. Zwar durch Jahrhunderte getrennt, haben beide auf ihre Weise in ihrem Leben auf den Gekreuzigten und Auferstandenen verwiesen und in ihrem Leben zur Nachfolge eingeladen.

Heute, nach der Renovierung, ist jeder Beterin und jedem Beter, auch den architektonisch Ungeschulten, mehr als zuvor ersichtlich, dass unsere Pfarrkirche St. Stephanus als eine Weg-Kirche geplant wurde und gebaut worden ist. Von der Taufe soll der Weg der Gläubigen im Angesicht des Herrn durch Leid und Tod zur Auferstehung führen. Das unterstreichen auch die in Augenhöhe hängenden Kreuzwegstationen im Nazarener Stil.

Signifikant für unsere Pfarrkirche sind auch die beiden Darstellungen der Maria mit Kind sowie des Josefs mit dem heranwachsenden Jesus im Eingangsbereich von St. Stephanus.

Die Orgel der kath. Kirche St. Stephanus zu Hamm Heessen wie sie sich jetzt nach der notwendigen Überholung darstellt, ist an einem französisch- symphonischen Klangideal orientiert. Neben dem Hauptwerk hat die Orgel das Schwellwerk und das Pedal. Das Schwellwerk ist besonders heraus zu heben, da dieses in einem zusätzlichen separaten Gehäuse sitzt und nach vorne mehrere so genannte Schwelltüren hat. Es gibt zwei Manualklaviaturen für die Hände und eine Pedalklaviatur für die Füße. Bei der Orgeltechnik wurde für das Hauptwerk und dem Pedal zum großen Teil die vorhandene Bausubstanz wieder verwendet. Für das Schwellwerk wurde alles neu gefertigt. Die gesamte Elektronik musste ebenfalls erneuert werden.

Nach mehrjähriger Vorlaufzeit und einer gut einjährigen Renovierungszeit wurde unsere Pfarrkirche am 23. März 2013 mit der Altarweihe in einer feierlichen Eucharistiefeier mit Weihbischof Dr. Stefan Zekorn wieder allen Beterinnen und Betern geöffnet.